Die Kirche zu Thieschitz
Die Flur, in der der Erlbach in
die Elster mündet, gehört zu Thieschitz
und den beiden eingepfarrten Orten Rubitz und
Milbitz. Die drei Ortschaften sind Gründungen
sorbischer Siedler. Deren Gräber hat man auf
den so genannten „Totenacker“ hinter der Kirche
gefunden. Nicht mehr vorhanden sind die
„Zwerghöhlen“, Auslaugungen von
Gipsablagerungen und Reste ehemaligen Bergbaus.
Sie waren das unterirdische Reich des
Zwergenkönigs Cyrillis und seines
Völkleins. Hilfsbereit begegneten die Zwerge
denen, die sie ernst nahmen. Bei den Dorfbewohnern
waren sie als dienstbare Geister gern gesehen. Als
sie aber übermäßig Gefallen am
frisch gebackenen Brot zeigten und es sich
heimlich nahmen, wurde man ihre
überdrüssig. Man mischte dem Brot
Kümmel und andere Gewürze bei. Die
Zwerge, die das nicht vertragen konnten,
verließen unter Wehklagen das Elstertal
für immer. Hinter dieser Sage könnte die
Verdrängung der Sorben durch deutsche Siedler
stehen.
Thieschitz erscheint erst sehr spät – 1533
als Deschitz und 1534 als Thieschitz – urkundlich,
hat aber schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts
bestanden. Die Kirche zu Thieschitz gilt, wie die
zu Schwaara, als ehemaliges Filial der Geraer
Stadtkirche. Ein Rest der alten Kirche aus der
romanischen Zeit ist trotz der Um- und
Erweiterungsbauten noch im Turmunterteil erhalten
geblieben. Eine mögliche Existenz eines
Langhauses wird für das Jahr 1541 vermutet.
Im Jahr 1567 war Nikolaus Finck Ortspfarrer.
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